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iMMo75 Freizeitgrundstück
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Bundesland · geprüft am 30.10.2026

Freizeitgrundstück in Nordrhein-Westfalen

Die Rechtslage für Freizeitgrundstücke ist überwiegend Bundesrecht und gilt überall gleich. In Nordrhein-Westfalen unterscheiden sich vier Dinge: die Größe verfahrensfreier Gebäude, der Grunderwerbsteuersatz, die Genehmigungsschwelle beim Verkauf landwirtschaftlicher Flächen und das Portal für Bodenrichtwerte.

Wie groß darf die Hütte sein?

Verfahrensfrei sind nach § 62 Abs. 1 Nr. 1 a BauO NRW 2018 Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt — aber nicht im Außenbereich.

Die Freistellung gilt nur unter einer Bedingung: Das Gebäude darf keine Aufenthaltsräume, Ställe, Toiletten oder Feuerstätten haben und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen.

Im Außenbereich hilft die Landesbauordnung hier also nicht weiter. Dort bleibt es bei der Grundregel: Für gewöhnliche Gartenhäuser gibt es keine Freistellung, und zulässig sind sie nach § 35 BauGB ohnehin nur ausnahmsweise. Freigestellt sind in der Regel nur Gebäude, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen — und dafür braucht es einen Betrieb, nicht eine Fläche.

Verfahrensfrei heißt nicht zulässig. Die Landesbauordnung nimmt Ihnen nur den Bauantrag ab. Ob das Gebäude an dieser Stelle stehen darf, entscheidet § 35 BauGB — und im Außenbereich lautet die Antwort fast immer nein. Mehr dazu im Ratgeber Darf ich hier ein Gartenhaus bauen?

Im Außenbereich ist die Freistellung nicht gestrichen, sondern an einen Betrieb gebunden: Sie gilt dort nur für Gebäude, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb nach § 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB dienen. Eine gekaufte Wiese ist kein Betrieb. Eigene Nummern hat § 62 für Gartenlauben in Kleingartenanlagen nach dem Bundeskleingartengesetz (Nr. 1 h), für Wohnwagen, Zelte und Anlagen ohne Gebäudecharakter auf Camping-, Zelt- und Wochenendplätzen (Nr. 10 d) und für Brunnen (Nr. 4 a) — beim Brunnen betrifft das nur das Baurecht, die wasserrechtliche Erlaubnis bleibt davon unberührt. Einfriedungen bis 2 m Höhe sind frei, ausdrücklich aber nicht im Außenbereich (Nr. 7 a); dort bleiben nur offene, sockellose Einfriedungen land- oder forstwirtschaftlicher Betriebe frei (Nr. 7 b).

Was in Nordrhein-Westfalen außerdem ohne Bauantrag geht

§ 62 Abs. 1 BauO NRW listet die verfahrensfreien Vorhaben in vierzehn Gruppen. Fünf davon betreffen ein Freizeitgrundstück unmittelbar — und bei dreien steht der entscheidende Vorbehalt erst im Nachsatz.

Der Zaun ist frei — außer im Außenbereich

§ 62 Abs. 1 Nr. 7 a und b. Mauern, Stützmauern und Einfriedungen bis 2 m Höhe sind verfahrensfrei, ausdrücklich aber nicht im Außenbereich. Da Freizeitgrundstücke fast immer dort liegen, ist die vielzitierte Zwei-Meter-Grenze für sie gerade nicht die richtige Zahl. Frei bleiben draußen nur offene, sockellose Einfriedungen, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen — wieder die Bindung an einen Betrieb, die § 62 an mehreren Stellen zieht.

Wohnwagen und Zelte auf Camping-, Zelt- und Wochenendplätzen

§ 62 Abs. 1 Nr. 10 d. Wohnwagen, Zelte und bauliche Anlagen, die keine Gebäude sind, sind auf Camping-, Zelt- und Wochenendplätzen verfahrensfrei. Der Unterschied zu Niedersachsen ist hier erheblich und für Käufer wichtig: Das niedersächsische Recht stellt auf Wochenendplätzen auch Wochenendhäuser frei, also Gebäude; Nordrhein-Westfalen nennt nur Anlagen, die keine Gebäude sind. Ein festes Wochenendhaus braucht hier also auch auf dem zugelassenen Platz ein Verfahren.

Schwimmbecken bis 100 Kubikmeter, draußen nur neben einem Gebäude

§ 62 Abs. 1 Nr. 10 a. Ein Schwimmbecken bis 100 m³ Beckeninhalt samt luftgetragener Überdachung ist frei — im Außenbereich jedoch nur als Nebenanlage eines höchstens 50 m entfernten Gebäudes mit Aufenthaltsräumen. Auf einer unbebauten Fläche gibt es dieses Gebäude nicht, und damit entfällt die Freistellung.

Aufschüttungen und Abgrabungen: draußen mehr erlaubt als drinnen

§ 62 Abs. 1 Nr. 9. Bis 2 m Höhe oder Tiefe und 30 m² Grundfläche, im Außenbereich bis 400 m². Das ist eine der wenigen Stellen, an denen die Bauordnung draußen großzügiger ist als im Baugebiet — und anders als in Niedersachsen nimmt der Text Teiche nicht aus. Was die Bauordnung freistellt, erlaubt aber weder das Naturschutz- noch das Wasserrecht von sich aus, und § 35 BauGB gilt unverändert.

Jägerstände, Wildfütterungen und Bienenfreistände

§ 62 Abs. 1 Nr. 14. Sie stehen hier nicht als eigene Gruppe, sondern am Ende der Liste unter den „unbedeutenden Teilen von Anlagen" — zusammen mit Pergolen, Terrassen, Taubenhäusern und Teppichstangen. Für die Praxis ist das dasselbe Ergebnis wie in Niedersachsen, nur ohne Größenangabe: Der Jägerstand braucht keinen Bauantrag. Ob er dort stehen darf, bleibt eine Frage des § 35 BauGB und des Jagdrechts.

Gartenlauben und Brunnen

§ 62 Abs. 1 Nr. 1 h und Nr. 4 a. Gartenlauben in Kleingartenanlagen nach dem Bundeskleingartengesetz sind frei, und Brunnen sind es ohne jede Einschränkung — der Eintrag lautet schlicht „Brunnen". Das betrifft nur das Baurecht; wasserrechtlich ist das Entnehmen von Grundwasser eine Benutzung und braucht je nach Fall eine Erlaubnis oder mindestens eine Anzeige.

Alle Nummern am 30. Oktober 2026 im Volltext der ab 1. September 2026 geltenden Fassung gelesen. Verfahrensfrei heißt in jedem dieser Fälle nur: kein Bauantrag. Maßgeblich ist die Fassung im verlinkten Portal und die Auskunft der unteren Bauaufsichtsbehörde.

Grunderwerbsteuer

Der Satz beträgt 6,5 Prozent des Kaufpreises. § 11 GrEStG erlaubt den Ländern, vom Bundessatz abzuweichen; Nordrhein-Westfalen hat davon Gebrauch gemacht. Bei kleinen Kaufpreisen fällt die Steuer weniger ins Gewicht als die Mindestgebühren von Notar und Grundbuchamt — was dort zusammenkommt, steht im Ratgeber Was kostet ein Freizeitgrundstück wirklich?

Genehmigung beim Verkauf

Maßgeblich ist das Ausführungsgesetz zum Grundstückverkehrsgesetz. Genehmigungsfrei ist die Veräußerung von Grundstücken bis zu einer Größe von 1,0 Hektar; die Grenze steht im Gesetz selbst und ist kein Richtwert. Bei genau einem Hektar ist der Verkauf noch frei, erst darüber beginnt die Genehmigungspflicht nach dem Grundstückverkehrsgesetz.

Für den Verkauf eines gewöhnlichen Freizeitgrundstücks ist diese Hürde damit meist keine: Ein Hektar sind 10.000 Quadratmeter, und die wenigsten Gartengrundstücke erreichen das. Wer mehrere Flächen gleichzeitig abgibt, sollte die Frage trotzdem stellen.

Davon unabhängig verlangt das Grundbuchamt das Zeugnis der Gemeinde über ihr Vorkaufsrecht. Beides erklärt der Ratgeber Braucht der Verkauf eine Genehmigung?

Bodenrichtwerte

Die Bodenrichtwerte nach § 196 BauGB stehen im Portal BORIS-NRW und sind dort kostenfrei einzusehen. Wie man sie liest und was sie für eine konkrete Fläche bedeuten, steht im Ratgeber Was ist mein Grundstück wert?

Stand und Grenzen dieser Angaben. Geprüft am 30.10.2026. Landesrecht ändert sich, und die Zahlen oben sind Anhaltspunkte, keine Zusagen: Verbindlich entscheidet immer die zuständige Behörde. Für Ihre Anfrage dort haben wir fertige Texte zum Kopieren.

Inserieren können Sie hier aus ganz Deutschland, kostenfrei. Vermitteln tut iMMo75 nur zwischen Stuttgart und Karlsruhe.

in Nordrhein-Westfalen ist gerade nichts eingestellt. Das ändert sich mit dem ersten Inserat — und das kostet nichts. Wer eine Fläche abzugeben hat, erreicht hier genau die Leute, die danach suchen.

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Häufige Fragen in Nordrhein-Westfalen

Wie groß darf ein Gartenhaus in Nordrhein-Westfalen (NRW) sein?

Verfahrensfrei sind nach § 62 Abs. 1 Nr. 1 a BauO NRW 2018 Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt, im Außenbereich dagegen gar nicht. Bedingung: Das Gebäude darf keine Aufenthaltsräume, Ställe, Toiletten oder Feuerstätten haben und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen. Verfahrensfrei heißt aber nur: kein Bauantrag. Ob das Gebäude an dieser Stelle stehen darf, entscheidet § 35 BauGB — im Außenbereich regelmäßig nein.

Ist ein Gartenhaus in Nordrhein-Westfalen (NRW) genehmigungsfrei?

Das Gesetz sagt „verfahrensfrei", und das ist nicht dasselbe wie „erlaubt": Es nimmt Ihnen nur den Bauantrag ab. Verfahrensfrei sind nach § 62 Abs. 1 Nr. 1 a BauO NRW 2018 Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt — im Außenbereich dagegen gar nicht. Ob das Gartenhaus dort stehen darf, ist eine zweite, davon unabhängige Frage, und im Außenbereich lautet die Antwort nach § 35 BauGB fast immer nein.

Wie viele Quadratmeter Gartenhaus sind in Nordrhein-Westfalen (NRW) erlaubt?

In Quadratmetern steht es nicht im Gesetz, und das ist der häufigste Rechenfehler bei diesem Thema: § 62 Abs. 1 Nr. 1 a BauO NRW 2018 nennt 75 Kubikmeter Brutto-Rauminhalt — also ein Volumen, nicht eine Fläche. Wer daraus Quadratmeter macht, baut ein Vielfaches zu groß. Umgekehrt gerechnet: Bei 2,50 Meter Höhe entspricht das einer Grundfläche von etwa 30 Quadratmetern, bei 3 Meter Höhe entsprechend weniger. Maßgeblich bleibt das Volumen, und gemessen wird es von der Behörde, nicht vom Katalog des Herstellers. Und in jedem Fall: Die Zahl sagt nur, dass kein Bauantrag nötig ist. Ob das Gebäude dort stehen darf, entscheidet § 35 BauGB.

Brunnen bohren in Nordrhein-Westfalen (NRW) — braucht man eine Genehmigung?

Das sind zwei getrennte Fragen, und nur eine davon ist Baurecht. Baurechtlich ist der Brunnen in Nordrhein-Westfalen verfahrensfrei: § 62 Abs. 1 Nr. 4 a BauO NRW 2018 nennt Brunnen ohne Einschränkung unter den verfahrensfreien Vorhaben, es ist also kein Bauantrag nötig. Davon unberührt bleibt das Wasserrecht, und dort liegt die eigentliche Hürde: Das Entnehmen von Grundwasser ist eine Gewässerbenutzung. § 46 Abs. 1 WHG stellt einzelne Fälle davon frei — Wasser für den Haushalt, für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, zum Tränken von Vieh und kleine Mengen für vorübergehende Zwecke —, aber nur, solange keine signifikanten nachteiligen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu erwarten sind. Und § 46 Abs. 3 WHG erlaubt den Ländern, diese Freistellung zu erweitern oder sie wieder einzuschränken. Fragen Sie deshalb vor dem Bohren bei der unteren Wasserbehörde Ihres Kreises nach; viele Länder verlangen mindestens eine Anzeige. Einen fertigen Text dafür finden Sie bei den Musteranfragen.

Wochenendgrundstück kaufen in Nordrhein-Westfalen — worauf muss ich achten?

Auf dieselben drei Dinge wie überall, nur mit den Zahlen dieses Landes: Liegt die Fläche im Außenbereich, steht dort etwas Genehmigtes, und ist die Zufahrt gesichert? Dazu kommt die Größe, bis zu der § 62 Abs. 1 Nr. 1 a BauO NRW 2018 ein Gebäude ohne Bauantrag zulässt, und bei land- oder forstwirtschaftlichen Flächen die Frage, ob der Verkauf eine Genehmigung braucht. Angebote stehen hier gesammelt in der Liste, nicht nach Ländern getrennt — eingestellt werden kann aus ganz Deutschland.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen?

Der Steuersatz beträgt 6,5 Prozent des Kaufpreises. Festgelegt hat ihn das Land; § 11 GrEStG erlaubt den Ländern, vom Bundessatz abzuweichen. Bei einem Kaufpreis von 10.000 Euro sind das 650 €.

Braucht der Verkauf einer landwirtschaftlichen Fläche in Nordrhein-Westfalen eine Genehmigung?

Maßgeblich ist das Ausführungsgesetz zum Grundstückverkehrsgesetz. Genehmigungsfrei ist die Veräußerung von Grundstücken bis zu einer Größe von 1,0 Hektar; die Grenze steht im Gesetz selbst und ist kein Richtwert. Bei genau einem Hektar ist der Verkauf noch frei, erst darüber beginnt die Genehmigungspflicht nach dem Grundstückverkehrsgesetz. Verbindlich ist die Auskunft der unteren Genehmigungsbehörde (Kreis oder kreisfreie Stadt).

Wo finde ich den Bodenrichtwert in Nordrhein-Westfalen?

Im Portal BORIS-NRW. Die Bodenrichtwerte werden nach § 196 BauGB von den Gutachterausschüssen ermittelt und sind dort kostenfrei einzusehen. Für land- und forstwirtschaftliche Flächen gibt es eigene Richtwerte, die deutlich unter den Bauland-Werten liegen.

Rechtsgrundlagen

Worauf sich die Angaben auf dieser Seite stützen. Die Verweise führen zur amtlichen Fassung.

Wir geben den Inhalt der Vorschriften wieder und verlinken ihn. Ob und wie sie in Ihrem Fall gelten, beurteilen Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater: eine Rechts- oder Steuerberatung dürfen und wollen wir nicht leisten.