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iMMo75 Freizeitgrundstück
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Bundesland · geprüft am 30.10.2026

Freizeitgrundstück in Niedersachsen

Die Rechtslage für Freizeitgrundstücke ist überwiegend Bundesrecht und gilt überall gleich. In Niedersachsen unterscheiden sich vier Dinge: die Größe verfahrensfreier Gebäude, der Grunderwerbsteuersatz, die Genehmigungsschwelle beim Verkauf landwirtschaftlicher Flächen und das Portal für Bodenrichtwerte.

Wie groß darf die Hütte sein?

Verfahrensfrei sind nach Nummer 1.1 des Anhangs zu § 60 Abs. 1 NBauO Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt im Baugebiet und bis 40 m³ im Außenbereich.

Die Freistellung gilt nur unter einer Bedingung: Das Gebäude darf keine Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten haben und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken noch dem Abstellen von Kraftfahrzeugen dienen.

Verfahrensfrei heißt nicht zulässig. Die Landesbauordnung nimmt Ihnen nur den Bauantrag ab. Ob das Gebäude an dieser Stelle stehen darf, entscheidet § 35 BauGB — und im Außenbereich lautet die Antwort fast immer nein. Mehr dazu im Ratgeber Darf ich hier ein Gartenhaus bauen?

Die 40 m³ im Außenbereich sind der höchste Wert aller hier geprüften Länder — und trotzdem kein Baurecht: Verfahrensfrei heißt nur, dass kein Bauantrag nötig ist, § 35 BauGB entscheidet unverändert darüber, ob das Gebäude dort überhaupt stehen darf. Eigene Nummern hat der Anhang für Wochenendhäuser auf Wochenendplätzen (8.2), für Gartenlauben in Kleingartenanlagen nach dem Bundeskleingartengesetz (1.5), für Brunnen (3.3, baurechtlich — das Wasserrecht bleibt unberührt) und für Hochsitze bis 4 m² (9.11). Beim Zaun wird es streng: Einfriedungen bis 2 m sind frei, im Außenbereich aber nur als Nebenanlage eines höchstens 50 m entfernten Gebäudes mit Aufenthaltsräumen (6.1) — auf einer leeren Wiese gibt es das nicht. Und ein Teich ist im Außenbereich nie verfahrensfrei: Nummer 7.1 nimmt die Herstellung von Teichen dort ausdrücklich aus.

Was in Niedersachsen außerdem ohne Bauantrag geht

Der Anhang zu § 60 Abs. 1 NBauO ist für Freizeitflächen der ergiebigste in Deutschland: Er nennt nicht nur Gebäude, sondern eigene Nummern für Wochenendplätze, für Gärten und für die Jagd. Diese sechs betreffen ein Freizeitgrundstück am häufigsten.

Wochenendhäuser auf Wochenendplätzen

Nummer 8.2. Die auf dieses Thema am genauesten zutreffende Vorschrift des deutschen Bauordnungsrechts: Wochenendhäuser und bauliche Anlagen, die keine Gebäude sind, sind auf Wochenendplätzen verfahrensfrei — ohne Größengrenze. Entscheidend ist der Platz, nicht das Haus. Auf einer Wiese im Außenbereich hilft die Nummer Ihnen also nicht; auf einem zugelassenen Wochenendplatz nimmt sie Ihnen den Bauantrag ganz ab. Nummer 8.1 regelt dasselbe für Wohnwagen und Zelte auf Campingplätzen.

Der Zaun hängt an einem Gebäude in 50 Metern

Nummer 6.1. Einfriedungen bis 2 m Höhe sind verfahrensfrei — im Außenbereich aber nur als Nebenanlage eines höchstens 50 m entfernten Gebäudes mit Aufenthaltsräumen. Auf einer leeren Wiese gibt es kein solches Gebäude, und damit ist der Zaun dort nicht verfahrensfrei. Das ist die strengste Zaunregel unter den hier geprüften Ländern und wird fast immer übersehen, weil die Zahl „2 Meter" überall zu lesen ist und der Nachsatz nirgends. Frei bleiben im Außenbereich nur offene Einfriedungen ohne Sockel, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen (Nummer 6.3).

Ein Teich im Außenbereich ist nie verfahrensfrei

Nummer 7.1. Aufschüttungen und Abgrabungen bis 3 m Höhe oder Tiefe sind frei, im Außenbereich aber nur, wenn sie nicht der Herstellung von Teichen dienen und nicht mehr als 300 m² Fläche haben. Der Gartenteich ist dort also ausdrücklich ausgenommen — und zwar unabhängig von seiner Größe. Wer einen anlegen will, braucht ein Verfahren, und je nach Lage zusätzlich die Wasserbehörde.

Wasserbecken bis 100 Kubikmeter, mit derselben 50-Meter-Bedingung

Nummer 9.6. Ein Wasserbecken bis 100 m³ Beckeninhalt ist verfahrensfrei, im Außenbereich wiederum nur als Nebenanlage eines höchstens 50 m entfernten Gebäudes mit Aufenthaltsräumen. Der Unterschied zum Teich liegt in der Bauweise: Ein gefasstes Becken ist eine bauliche Anlage, ein ausgehobener Teich eine Abgrabung — zwei Nummern, zwei Ergebnisse.

Hochsitze, Wildfütterungsstände und Bienenstöcke

Nummern 9.10, 9.11 und 9.13. Hochsitze bis 4 m² Nutzfläche, Wildfütterungsstände und Bienenstöcke, -beuten und -freiständer sind ausdrücklich verfahrensfrei. Für wen das zählt: Wer eine Fläche mit Jagdbezug oder für die Bienenhaltung sucht, findet hier eine klare Grundlage — die Freistellung gilt dem Stand, nicht dem Grundstück, und sie sagt nichts darüber, ob die Jagd dort ausgeübt werden darf. Das regelt das Jagdrecht.

Gartenlauben und Brunnen

Nummern 1.5 und 3.3. Gartenlauben in einer Kleingartenanlage nach dem Bundeskleingartengesetz sind frei — das gilt für die Anlage, nicht für jeden Garten. Brunnen sind baurechtlich frei, ohne Tiefen- oder Mengengrenze; das Wasserrecht bleibt davon unberührt und ist bei einem Brunnen die eigentliche Hürde.

Was hier steht, nimmt Ihnen den Bauantrag ab und sonst nichts: § 35 BauGB entscheidet unverändert darüber, ob die Anlage an dieser Stelle überhaupt zulässig ist. Die Nummern sind am 30. Oktober 2026 im Volltext des Anhangs nachgelesen; maßgeblich ist die Fassung im verlinkten Portal.

Grunderwerbsteuer

Der Satz beträgt 5,0 Prozent des Kaufpreises. § 11 GrEStG erlaubt den Ländern, vom Bundessatz abzuweichen; Niedersachsen hat davon Gebrauch gemacht. Bei kleinen Kaufpreisen fällt die Steuer weniger ins Gewicht als die Mindestgebühren von Notar und Grundbuchamt — was dort zusammenkommt, steht im Ratgeber Was kostet ein Freizeitgrundstück wirklich?

Genehmigung beim Verkauf

Maßgeblich ist das Gesetz über Grundstücksgeschäfte im Bereich der Landwirtschaft (NGrdstLwG). Genehmigungsfrei ist die Veräußerung von Grundstücken, die kleiner als 0,5 Hektar sind; bei einem Erwerb durch eine Kommune, einen kommunalen Zweckverband oder eine anerkannte Naturschutzvereinigung für ein konkretes Naturschutzprojekt liegt die Grenze bei 1 Hektar. Beide Zahlen stehen im Gesetz selbst und sind keine Richtwerte. Zusammenhängende Flächen desselben Verkäufers werden dabei zusammengerechnet.

Die Zusammenrechnung geht hier weiter als in anderen Ländern: Mitgezählt werden nicht nur gleichzeitig verkaufte Flächen, sondern auch solche, die derselbe Verkäufer innerhalb der letzten drei Jahre im Bereich derselben Behörde genehmigungsfrei abgegeben hat. Wer seine Flächen in Scheiben verkauft, kommt damit nicht unter der Grenze durch, und das Gesetz verpflichtet ihn ausdrücklich, die Umstände offenzulegen. Diese Vorschrift tritt am 14. April 2027 außer Kraft; ab dann gilt eine neue Fassung, die hier noch nicht nachgeschlagen ist.

Davon unabhängig verlangt das Grundbuchamt das Zeugnis der Gemeinde über ihr Vorkaufsrecht. Beides erklärt der Ratgeber Braucht der Verkauf eine Genehmigung?

Bodenrichtwerte

Die Bodenrichtwerte nach § 196 BauGB stehen im Portal BORIS-D und sind dort kostenfrei einzusehen. Wie man sie liest und was sie für eine konkrete Fläche bedeuten, steht im Ratgeber Was ist mein Grundstück wert?

Stand und Grenzen dieser Angaben. Geprüft am 30.10.2026. Landesrecht ändert sich, und die Zahlen oben sind Anhaltspunkte, keine Zusagen: Verbindlich entscheidet immer die zuständige Behörde. Für Ihre Anfrage dort haben wir fertige Texte zum Kopieren.

Inserieren können Sie hier aus ganz Deutschland, kostenfrei. Vermitteln tut iMMo75 nur zwischen Stuttgart und Karlsruhe.

in Niedersachsen ist gerade nichts eingestellt. Das ändert sich mit dem ersten Inserat — und das kostet nichts. Wer eine Fläche abzugeben hat, erreicht hier genau die Leute, die danach suchen.

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Häufige Fragen in Niedersachsen

Wie groß darf ein Gartenhaus in Niedersachsen sein?

Verfahrensfrei sind nach Nummer 1.1 des Anhangs zu § 60 Abs. 1 NBauO Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt im Baugebiet und bis 40 m³ im Außenbereich. Bedingung: Das Gebäude darf keine Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten haben und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken noch dem Abstellen von Kraftfahrzeugen dienen. Verfahrensfrei heißt aber nur: kein Bauantrag. Ob das Gebäude an dieser Stelle stehen darf, entscheidet § 35 BauGB — im Außenbereich regelmäßig nein.

Ist ein Gartenhaus in Niedersachsen genehmigungsfrei?

Das Gesetz sagt „verfahrensfrei", und das ist nicht dasselbe wie „erlaubt": Es nimmt Ihnen nur den Bauantrag ab. Verfahrensfrei sind nach Nummer 1.1 des Anhangs zu § 60 Abs. 1 NBauO Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt, im Außenbereich bis 40 m³. Ob das Gartenhaus dort stehen darf, ist eine zweite, davon unabhängige Frage, und im Außenbereich lautet die Antwort nach § 35 BauGB fast immer nein.

Wie viele Quadratmeter Gartenhaus sind in Niedersachsen erlaubt?

In Quadratmetern steht es nicht im Gesetz, und das ist der häufigste Rechenfehler bei diesem Thema: Nummer 1.1 des Anhangs zu § 60 Abs. 1 NBauO nennt 75 Kubikmeter Brutto-Rauminhalt — also ein Volumen, nicht eine Fläche. Wer daraus Quadratmeter macht, baut ein Vielfaches zu groß. Umgekehrt gerechnet: Bei 2,50 Meter Höhe entspricht das einer Grundfläche von etwa 30 Quadratmetern, bei 3 Meter Höhe entsprechend weniger. Maßgeblich bleibt das Volumen, und gemessen wird es von der Behörde, nicht vom Katalog des Herstellers. Und in jedem Fall: Die Zahl sagt nur, dass kein Bauantrag nötig ist. Ob das Gebäude dort stehen darf, entscheidet § 35 BauGB.

Brunnen bohren in Niedersachsen — braucht man eine Genehmigung?

Das sind zwei getrennte Fragen, und nur eine davon ist Baurecht. Baurechtlich ist der Brunnen in Niedersachsen verfahrensfrei: Nummer 3.3 des Anhangs zu § 60 Abs. 1 NBauO nennt Brunnen ohne Einschränkung unter den verfahrensfreien Baumaßnahmen, es ist also kein Bauantrag nötig. Davon unberührt bleibt das Wasserrecht, und dort liegt die eigentliche Hürde: Das Entnehmen von Grundwasser ist eine Gewässerbenutzung. § 46 Abs. 1 WHG stellt einzelne Fälle davon frei — Wasser für den Haushalt, für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, zum Tränken von Vieh und kleine Mengen für vorübergehende Zwecke —, aber nur, solange keine signifikanten nachteiligen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu erwarten sind. Und § 46 Abs. 3 WHG erlaubt den Ländern, diese Freistellung zu erweitern oder sie wieder einzuschränken. Fragen Sie deshalb vor dem Bohren bei der unteren Wasserbehörde Ihres Kreises nach; viele Länder verlangen mindestens eine Anzeige. Einen fertigen Text dafür finden Sie bei den Musteranfragen.

Wochenendgrundstück kaufen in Niedersachsen — worauf muss ich achten?

Auf dieselben drei Dinge wie überall, nur mit den Zahlen dieses Landes: Liegt die Fläche im Außenbereich, steht dort etwas Genehmigtes, und ist die Zufahrt gesichert? Dazu kommt die Größe, bis zu der Nummer 1.1 des Anhangs zu § 60 Abs. 1 NBauO ein Gebäude ohne Bauantrag zulässt, und bei land- oder forstwirtschaftlichen Flächen die Frage, ob der Verkauf eine Genehmigung braucht. Angebote stehen hier gesammelt in der Liste, nicht nach Ländern getrennt — eingestellt werden kann aus ganz Deutschland.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Niedersachsen?

Der Steuersatz beträgt 5,0 Prozent des Kaufpreises. Festgelegt hat ihn das Land; § 11 GrEStG erlaubt den Ländern, vom Bundessatz abzuweichen. Bei einem Kaufpreis von 10.000 Euro sind das 500 €.

Braucht der Verkauf einer landwirtschaftlichen Fläche in Niedersachsen eine Genehmigung?

Maßgeblich ist das Gesetz über Grundstücksgeschäfte im Bereich der Landwirtschaft. Genehmigungsfrei ist die Veräußerung von Grundstücken, die kleiner als 0,5 Hektar sind; bei einem Erwerb durch eine Kommune, einen kommunalen Zweckverband oder eine anerkannte Naturschutzvereinigung für ein konkretes Naturschutzprojekt liegt die Grenze bei 1 Hektar. Beide Zahlen stehen im Gesetz selbst und sind keine Richtwerte. Zusammenhängende Flächen desselben Verkäufers werden zusammengerechnet. Verbindlich ist die Auskunft der unteren Genehmigungsbehörde.

Wo finde ich den Bodenrichtwert in Niedersachsen?

Im Portal BORIS-D. Die Bodenrichtwerte werden nach § 196 BauGB von den Gutachterausschüssen ermittelt und sind dort kostenfrei einzusehen. Für land- und forstwirtschaftliche Flächen gibt es eigene Richtwerte, die deutlich unter den Bauland-Werten liegen.

Rechtsgrundlagen

Worauf sich die Angaben auf dieser Seite stützen. Die Verweise führen zur amtlichen Fassung.

Wir geben den Inhalt der Vorschriften wieder und verlinken ihn. Ob und wie sie in Ihrem Fall gelten, beurteilen Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater: eine Rechts- oder Steuerberatung dürfen und wollen wir nicht leisten.